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Carl Stürm Preis 2015 für Urs Räbsamen

Erfolg im Immobiliengeschäft und soziales Denken sind kein Widerspruch. Das beweist Urs Räbsamen. Der gebürtige Rorschacherberger saniert alte Liegenschaften und belebt sie neu. Sein grösster Coup war der Kauf des Schlosses Wartensee.

Schloss-Wartensee-3

Die 2004 gegründete Carl Stürm Stiftung der Unternehmerfamilie Stürm honoriert jährlich Engagements zugunsten der Region Rorschach. Bis  heute beläuft sich die Preissumme auf 495‘000 Franken. An der Preisverleihung 2015 wurde Urs Räbsamen mit 40’000 Franken ausgezeichnet. Er hat sich als erfolgreicher und sozialer Sanierer einen Namen erarbeitet – über die Region hinaus. Spekuliert hat er nie, seine Engagements sind langfristig – selbst auf dem Boom-Markt Zürich. Die Preissumme verteilt der Gewinner zu gleichen Teilen an den Rorschacher Verein HPV, das Klanghaus Toggenburg sowie an seine Arbeiter – in Form eines Festes.

Edler Ritter und böse Drachen

Spätestens seit der Übernahme des Schlosses Wartensee gilt Urs Räbsamen in der Region als edler Ritter, der böse Drachen oder eben Spekulanten in die Flucht schlägt. Es war nicht sein erstes Objekt von öffentlichem Interesse in der Region Rorschach, das er übernommen hat. Auch Hafenbuffet, Restaurant Mariaberg oder das Treppenhaus stehen auf seiner Erfolgsliste. Dafür erhielt er Applaus. Das freut ihn zwar, aber für Urs Räbsamen haben Objekte die weniger spektakulär sind, trotzdem nicht weniger Wert. Er denkt dabei an den Schweizerhof in Rorschach, mit seinem Angebot für Senioren und Behinderte, der ihm am Herzen liegt. Insgesamt sind es zehn Gastrobetriebe in der Region, sowie viele Liegenschaften von nicht öffentlichem Interesse.

Bescheidene Herkunft

Der Rorschacherberger Urs Räbsamen ist einfacher Herkunft, wuchs in einem baufälligen Bauernhaus auf. Seinen späteren Besitz, das Schloss Wartensee hatte er immer vor Augen, doch die Familie konnte sich den Besuch der Gastwirtschaft nicht leisten. Und bekanntlich prägt die Herkunft das Denken: Der Preisträger blieb bescheiden, nach der Devise «Geld kann man nicht essen». Abgesehen davon ist das, was er macht, für ihn weniger ein regionales Engagement, als vielmehr ein Geschäfts-prinzip. Es funktioniert nach seinem Grundsatz, dass ein verfallendes Haus günstiger ist, als eine gut erhaltene Liegenschaft.

Hotel Anker als «Misserfolg»

Aber Urs Räbsamen kann nicht nur auf Erfolge zurückblicken. Als Misserfolg bezeichnet er, dass in seiner Objektliste das Hotel Anker fehlt, um das er sich bemühte. Nicht verhindern konnte er den Abbruch des Velo-Giger-Hauses am östlichen Stadteingang von Rorschach. Ansonsten stehen derzeit keine Liegenschaften von öffentlichen Interesse auf seiner Einkaufliste. Allerdings entdeckt er immer wieder Objekte die verfallen, vor allem an der Hauptstrasse in Rorschach, und dort hat er erst kürzlich die Sanierung des Niederer-Hauses in Angriff genommen. Es wird nicht die letzte Immobilie sein, der Urs Räbsamen wieder Leben einhaucht.